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Torajirō Kuruma, allgemein Tora-san genannt, ist ein umherziehender Händler, geprägt von flüchtigen Begegnungen und ungelösten familiären Bindungen. Schon in jungen Jahren verwaist, zieht er nur mit einem abgenutzten Koffer, schlichter Kleidung und spärlichen Ersparnissen durch die Lande, handelt mit Waren in ganz Japan und gelegentlich auch in fremden Ländern. Sein wanderndes Dasein verkörpert die Suche nach Unabhängigkeit, doch immer wieder kehrt er zu seinen familiären Wurzeln in Shibamata, Tokio, zurück – ein stilles Zeugnis seines unausgesprochenen Verlangens nach Zugehörigkeit.

Seine zerbrochene Familie besteht aus seiner Halbschwester Sakura, ihrem Ehemann Hiroshi, deren Sohn Mitsuo sowie dem älteren Onkel und Tante Tatsuzō und Tsune, die eine traditionelle Süßwarenhandlung betreiben. Ihre Dynamik folgt einem Rhythmus aus kurzen, chaotischen Wiedervereinigungen und hitzigen Auseinandersetzungen, die Tora-san unweigerlich wieder auf die Straße treiben. Obwohl von Reibungen geprägt, ziehen ihn diese Bindungen beharrlich nach Hause und verankern seine wurzellose Reise.

Ein Muster flüchtiger Romanzen prägt seine Reisen. Jede Unternehmung bringt eine neue „Madonna“ hervor – eine Frau in Not, der er hilft, nur um zuzusehen, wie sie sich mit einem früheren Geliebten oder Rivalen versöhnt. Diese Episoden zeigen ihn als gutmütigen, aber zum Scheitern verurteilten Romantiker, dessen Altruismus von wiederkehrendem Herzschmerz überschattet wird. Sein Mitgefühl zeigt sich in unerwarteten Handlungen, wie der Hilfe für alleinerziehende Mütter oder dem Ertragen falscher Vaterschaftsansprüche, was seine sanftmütige Natur unterstreicht, die im Widerspruch zu seinem unglücklichen Schicksal steht.

Tora-sans schlampiger Charme spiegelt sich in seinem markanten beigen Hut, zerknitterten karierten Jackett, Haramaki-Bauchgurt, abgetragenen traditionellen Sandalen und seinem abgenutzten Lederkoffer wider. Sein lauter Humor und sein argloses Wesen haben ihn zu einer folkloristischen Figur erhoben, verewigt durch ein Museum in Shibamata und Bronzestatuen, die sein kulturelles Erbe ehren.

Seine Geschichte endet ohne konventionelle Auflösung, doch spätere Teile verweben Archivaufnahmen, um seinen bleibenden Eindruck widerzuspiegeln. Ein finaler Abschied, der den Tod seines Schauspielers widerspiegelt, lässt seine Reise unvollendet – eine schmerzliche Abwesenheit, die von denen betrauert wird, die einst seine flüchtige Welt teilten.
Titles
Tora-san
Cast
  • Kouichi Yamaderadatabase_lang_japanese