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Gilbert Cocteau ist der uneheliche Sohn des Grafen Cocteau, gezeugt während dessen Reisen in der Provence. Seine Mutter starb kurz nach seiner Geburt. Obwohl sein Vater ihn anerkannte, wurde er aufgrund seiner niedrig geborenen Mutter und seines unehelichen Status verstoßen und in die Dienstbotenquartiere des Cocteau-Anwesens geschickt. Von frühester Kindheit an erleidet er Vernachlässigung und systematischen sexuellen Missbrauch durch die Gäste seines Vaters, eine Situation, die der Graf stillschweigend duldet.

Dieses Kindheitstrauma prägt Gilbert zutiefst. Er entwickelt die tief verwurzelte Überzeugung, dass sein einziger Wert in seiner körperlichen Schönheit und seiner Fähigkeit liegt, sexuelles Vergnügen zu bereiten, was Selbsthass und manipulative Tendenzen schürt. Auf ein Stipendium an der renommierten, rein männlichen Lacombrade-Akademie geschickt, erlangt seine Schönheit sofort Berühmtheit. Er geht transaktionale sexuelle Beziehungen mit wohlhabenden Schülern ein, wobei er eine Fassade zynischer Distanz wahrt, während er sich insgeheim nach echter Zuneigung sehnt.

In Lacombrade entwickelt Gilbert eine entscheidende Beziehung zu Serge Battour, einem gutherzigen aber naiven jüngeren Schüler und entfernten Verwandten der Cocteaus. Serge fühlt sich trotz Gilberts Ruf zu ihm hingezogen. Anfangs manipuliert Gilbert ihn und stößt ihn weg, was seinen verinnerlichten Hass und seine Angst vor Nähe widerspiegelt. Serges anhaltende Güte und bedingungslose Liebe durchbrechen allmählich Gilberts Abwehrmechanismen und schaffen eine tiefe, echte emotionale Bindung, die zentral für Gilberts Existenz wird.

Gilbert pflegt auch eine toxische Beziehung zu seinem Cousin Auguste Beau, einem weiteren Schüler in Lacombrade. Auguste hegt obsessive, besitzergreifende Gefühle für Gilbert, die aus gemeinsam erlittenem Kindesmissbrauch und Augustes instabiler Psyche resultieren. Auguste begehrt Gilbert gleichzeitig und verachtet ihn, wobei er aus Eifersucht, besonders gegenüber Serge, extreme Grausamkeit an den Tag legt.

Gilberts Vergangenheit verfolgt ihn unaufhörlich. Seine sexuelle Vorgeschichte und sein Ruf machen ihn innerhalb der Hierarchie der Akademie zum Ziel von Ausbeutung und Erpressung. Die Ankunft seines Vaters, des Grafen Cocteau, löst eine Krise aus. Der Graf demütigt und verstößt Gilbert erneut öffentlich, was Gilberts Gefühle von Wertlosigkeit und Scham verstärkt. Dieses Ereignis, kombiniert mit Augustes Druck und gesellschaftlicher Verurteilung, treibt Gilbert an einen Wendepunkt.

Überwältigt von Verzweiflung und in dem Glauben, seine Anwesenheit schade Serge, unternimmt Gilbert einen Selbstmordversuch, indem er vom Uhrturm der Akademie springt. Er überlebt, erleidet jedoch schwere, irreversible Verletzungen. Gelähmt und bettlägerig verschlechtert sich sein Gesundheitszustand stetig. Trotz Serges hingebungsvoller Pflege erliegt Gilbert schließlich seinen Verletzungen und Komplikationen. Sein Tod hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei Serge und anderen in Lacombrade.

Gilbert verkörpert starke Widersprüche: tiefe Verletzlichkeit, die durch Zynismus maskiert wird, ein verzweifeltes Bedürfnis nach Liebe, das sich durch Selbstsabotage äußert, und scharfer Intellekt, der von Trauma überschattet wird. Seine Reise zeichnet einen tragischen Bogen von isolierter Verzweiflung zu einer zerbrechlichen Verbindung mit Serge, die schließlich durch das unentrinnbare Gewicht seiner Vergangenheit und gesellschaftlicher Verfolgung zerstört wird.
Titles
Gilbert Cocteau
Cast
  • Paola Della Pasquadatabase_lang_italian