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Edith Holländer erblickte am 16. Januar 1900 in Aachen, Deutschland, das Licht der Welt, geboren in eine wohlhabende jüdische Familie. Das florierende Schrott- und Maschinengeschäft ihrer Eltern ermöglichte ihr eine sorgenfreie Kindheit, die jedoch im Alter von vierzehn Jahren durch den Tod ihrer älteren Schwester Bettina tragisch unterbrochen wurde – ein Ereignis, das tiefe Spuren hinterließ. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete Edith im Familienunternehmen. Später lernte sie Otto Frank durch gemeinsame Freunde kennen, und ein erneutes Zusammentreffen während eines Urlaubs in San Remo führte zu ihrer Hochzeit in Aachen am 8. Mai 1925, die mit standesamtlichen und religiösen Zeremonien gefeiert wurde. Das Paar zog anschließend nach Frankfurt am Main.

In Frankfurt brachte Edith 1926 Margot und 1929 Anne zur Welt. Die Familie lebte zunächst in komfortablen Verhältnissen, obwohl Edith angeblich den Verlust Deutschlands nach der Emigration stärker spürte als Otto. Zunehmender Antisemitismus und wirtschaftliche Turbulenzen trieben sie 1933 nach Amsterdam, wo Otto ein Pektin-Geschäft gründete. Edith tat sich schwer mit der Anpassung, kämpfte mit der niederländischen Sprache und den beengten Lebensverhältnissen. Sie hielt den Kontakt zu ihrer Familie in Deutschland aufrecht und begrüßte 1939 ihre Mutter, Rosa Holländer-Stern, in Amsterdam. Rosa lebte bei ihnen bis zu ihrem Tod im Januar 1942.

Als aufgeschlossene Frau mit modernen Erziehungsvorstellungen unterstützte Edith Annes Einschulung in eine Montessori-Schule, da sie den Bedarf ihrer Tochter nach pädagogischer Freiheit erkannte. Doch die NS-Besatzung verschärfte die Verfolgung, und die Familie musste im Juli 1942 nach einer Deportationsaufforderung für Margot untertauchen. Im Versteck, dem Hinterhaus, ertrug Edith immense psychische Belastungen, zeigte Pessimismus und Verzweiflung, wie Helferin Miep Gies beobachtete. Ihr Verhältnis zu Anne war von Konflikten geprägt, die in Annes Tagebuch scharf dokumentiert wurden. Anne empfand ihre Mutter oft als taktlos und distanziert, reflektierte später jedoch mit größerem Verständnis und erkannte Ediths stressige Umstände und aufrichtige Fürsorge an. Otto Frank bemerkte, dass Edith stark unter diesen Spannungen litt, betonte aber ihre unerschütterliche Hingabe als Mutter, die ihre Kinder über alles stellte.

Am 4. August 1944 verhaftet, wurden Edith, Margot und Anne im Durchgangslager Westerbork inhaftiert und mussten Zwangsarbeit beim Zerlegen von Batterien leisten. Im September 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert, beschützte Edith ihre Töchter entschlossen und wurde von Mithäftlingen als Teil eines untrennbaren Trios in Erinnerung behalten. Ende Oktober wurden Margot und Anne nach Bergen-Belsen gebracht, während Edith zurückblieb. Sie freundete sich mit Rosa de Winter an, einer weiteren Mutter, die von ihrem Kind getrennt war, und sie stützten sich gegenseitig. Edith erkrankte, entwickelte hohes Fieber und starken körperlichen Verfall. Zeugen beschrieben, wie sie zu einem Schatten ihrer selbst wurde, bevor sie am 6. Januar 1945 an Entkräftung starb – drei Wochen vor der Befreiung von Auschwitz. Otto erfuhr erst nach dem Krieg von ihrem Tod.
Titles
Edith Holländer
Cast
  • Noriko Nakamuradatabase_lang_japanese