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Reiko Natsume, von Geburt an spirituell empfänglich, führte ein Leben im Schatten der Isolation, bedingt durch ihre Fähigkeit, übernatürliche Wesenheiten wahrzunehmen, die anderen verborgen blieben. Geboren in eine Familie, die mit dem Okkulten verstrickt war, waren ihre Interaktionen mit Menschen und Geistern gleichermaßen von Entfremdung geprägt. Kindheitsgefährten und Erwachsene werteten ihre Visionen als Wahn oder Täuschung ab und zementierten so ihren Status als Außenseiterin.

Der Eintritt in eine Mädchenschule verstärkte ihre Einsamkeit, als Gerüchte über unberechenbares Verhalten ihre soziale Ächtung besiegelten. Versuche, durch Spiele oder Herausforderungen mit Mitschülerinnen zu bonden, schlugen fehl und stießen auf Angst und Spott. Die familiären Bande lockerten sich weiter, als sie ein Lagerhaus erbte, das von spiritueller Energie durchdrungen war, was eine Kluft zwischen ihr und ihren misstrauischen Verwandten vertiefte.

Allein und umherziehend, lieferte sie sich mit Youkai Wettkämpfe in List oder Stärke. Siege zwangen besiegte Geister, ihre Namen in ein Register einzutragen – das Buch der Freunde – und sich ihrem Willen zu unterwerfen. Diese Begegnungen reichten von heiteren Spielen bis zu erbitterten Kämpfen und verschafften ihr unter den Geistern einen zwiespältigen Ruf: für einige ein gerissener Gegner, für andere eine legendäre Gestalt.

Eine flüchtige, unklare Verbindung zu einem menschlichen Mann – möglicherweise eine Ehe oder Partnerschaft – löste sich ohne Abschluss auf und hinterließ Fragmente unbeantworteter Geschichte. Ihre späteren Jahre verliefen in Abgeschiedenheit und mündeten in einen Tod, der von übernatürlichen Spekulationen umhüllt war. Das Buch der Freunde und das Lagerhaus gingen an Nachkommen über, deren wahre Bestimmung im Dunkeln blieb.

Ihr Vermächtnis lebte durch die Youkai fort, die an das Register gebunden waren, und dessen schließliche Wiederentdeckung durch ein Enkelkind, das ihre zersplitterte Vergangenheit zusammensetzte. Von Geistern erzählte Geschichten und bruchstückhafte Erinnerungen zeichnen sie als Paradox – einsam doch listig, abgehärtet doch voller Sehnsucht nach Verbundenheit unter einer Fassade der Distanziertheit.

Spätere Berichte flüstern, ihr Geist verweile an Orten und in Gegenständen und spiegle ungelöste Bindungen zu bestimmten Youkai wider. Einige Geister, die das Lagerhaus bewachten oder ihr im Leben begegneten, teilten flüchtige Momente eines unbehaglichen Einvernehmens mit ihr, in dem Rivalität und widerwilliger Respekt die Waage hielten. Lücken in ihrer Geschichte bleiben bestehen, bewusste Leerstellen, die das Rätsel widerspiegeln, das sie verkörperte.
Titles
Reiko Natsume
Cast
  • Sanae Kobayashidatabase_lang_japanese