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Reiko Natsume besaß markantes staubblondes Haar und bernsteinfarbene Augen, ihr Aussehen ähnelte stark ihrem Enkel Takashi Natsume. Diese auffällige Ähnlichkeit führte oft dazu, dass Youkai Takashi mit Reiko verwechselten. Ihr bis zur Brust reichendes Haar wirkte häufig ungepflegt. Rückblenden zeigten sie meist in einer zerrissenen Schuluniform, manchmal mit Verletzungen wie Gesichtsprellungen von Steinen, die menschliche Kinder warfen.

Geprägt von schwerer sozialer Isolation und Ablehnung durch Menschen und Youkai entwickelte Reiko eine komplexe Persönlichkeit. Sie zeigte tyrannisierendes Verhalten gegenüber Geistern und Menschen, um ihre tiefe Einsamkeit zu verbergen. Ihr Gesichtsausdruck blieb meist ein leichtes Lächeln, obwohl sie innerlich von den negativen Annahmen anderer betroffen war – diese defensive Haltung diente ihr als Bewältigungsmechanismus. Trotz ihrer schroffen Art bewies sie unerwartete Empathie und Güte. Sie half Youkai ohne Eigennutz, etwa indem sie dem jungen Shigeru beistand und den Unglücksgeist Karime aus seinem Haus vertrieb. Ebenso versuchte sie, einer menschlichen Familie eine gestohlene Puppe zurückzugeben, wurde aber selbst des Diebstahls bezichtigt. Zu ihren persönlichen Gewohnheiten zählten schlechte Tischmanieren und starke Vergesslichkeit, was zu praktischen Problemen führte, wie zusammengeklebten Seiten im Yuujinchou (Buch der Freunde) oder vergessenen Versprechen an Youkai.

Mit ihren mächtigen spirituellen Fähigkeiten, die ihr Youkai-Sicht ermöglichten, erlebte Reiko lebenslange Ausgrenzung. Menschliche Ablehnung trieb sie dazu, unter Geistern nach Gesellschaft zu suchen, wobei sie Youkai zu Kämpfen herausforderte. Besiegte Geister mussten ihre Namen im Yuujinchou übergeben, was ihr Kontrolle verschaffte und ihren Ruf unter übernatürlichen Wesen prägte. Das Buch entstand aus ihrer tiefen Einsamkeit und dem Wunsch nach Verbindung, doch ihre sozialen Defizite führten zu fehlerhaften Bindungsmethoden. Einige Youkai schätzten ihre seltenen ungeschützten Momente der Güte, doch die meisten erinnerten sich negativ an sie, da sie ihre sanfteren Seiten nie sahen.

Ihr Leben blieb von Tragik und Rätseln geprägt. Sie heiratete nie und bekam unter ungeklärten Umständen eine Tochter, Takashis Mutter. Die Umstände ihres frühen Todes unter einem Baum, wie Takashi berichtete, sind unbekannt. Ihr Tod löschte sie aus der menschlichen Erinnerung, wie sie es wohl wollte, während Youkai sich an sie erinnerten. Reiko pflegte eine bedeutende Beziehung zum mächtigen Youkai Madara, der ihre Gestalt und Verhaltensweisen perfekt nachahmen konnte. Madara sagte, sie gehöre zu den wenigen Menschen, die er "wirklich beachtet" habe – eine Bindung, die seiner späteren Verbindung zu Takashi gleicht.

Reikos Vermächtnis lebte im Yuujinchou fort, das Takashi erbte. Ihre vergessenen Versprechen und ungelösten Beziehungen zu Youkai schufen zahlreiche Begegnungen für ihren Enkel, der die gebundenen Geister befreien wollte. Viele Youkai begegneten Takashi zunächst feindselig wegen Reikos Taten, was ihn zwang, sich mit ihrer komplizierten Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ihre spirituelle Macht und ihr Ruf beeinflussten sowohl menschliche Exorzistenkreise als auch die übernatürliche Welt noch lange nach ihrem Tod und prägten Takashis Erfahrungen und Herausforderungen.
Titles
Reiko Natsume
Cast
  • Sanae Kobayashidatabase_lang_japanese