Anime overview: Toire no Hanako-san
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Seit den 1950er Jahren aus japanischen Urban Legends bekannt, wird Hanako-san gemeinhin als der Geist eines jungen Mädchens beschrieben, der Schultoiletten heimsucht. Typischerweise erscheint sie mit einem Bob-Haarschnitt, einem roten Rock oder Kleid, das an eine veraltete Schuluniform erinnert; manche Berichte erwähnen eine blutige oder geisterhafte Hand, die aus der Kabine hervorragt. Um sie zu beschwören, betritt man ein Mädchenklo im dritten Stock, klopft dreimal auf die dritte Kabine und fragt: „Hanako-san, bist du da?“ Sie könnte bejahend antworten. Die Folgen variieren: Sie könnte harmlos verschwinden, eine Hand ausstrecken, um den Beschwörer in die Toilette zu ziehen (manchmal heißt es, dies führe zur Hölle), oder als dreiköpfige Eidechse erscheinen, die Eindringlinge angreift.

Ihre Ursprünge variieren je nach Erzählung. Eine Version porträtiert sie als ein Mädchen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, das während eines Luftangriffs im Spiel „Verstecken“ in einer Schultoilette getötet wurde. Alternative Hintergründe umfassen Mord durch einen Fremden oder missbräuchlichen Elternteil in der Toilette, Selbstmord aufgrund von Mobbing oder ein versehentliches Ertrinken in einer Latrine. Regionale Variationen existieren, wie in der Präfektur Yamagata, wo ihre Beschwörung angeblich eine dreiköpfige Eidechse anstelle eines geisterhaften Mädchens freisetzt.

Filmadaptionen bieten unterschiedliche Interpretationen. Der Film *Toire no Hanako-san* von 1995 zeigt sie als wohlwollenden Geist, der nach einem Selbstmord eine Schultoilette heimsucht; sie beschützt Schüler vor einem echten Kindermörder und ruft Hilfe herbei, um dessen Ergreifung zu sichern, als die Protagonistin in der Toilette eingeschlossen wird. Der Film *Toire no Hanako-san: Shin Gekijôban* von 2013 verbindet sie mit Mobbing; eine Transferstudentin freundet sich mit einem gemobbten Mädchen an, das in einer Toilette eingeschlossen stirbt, wobei Hanako-san ungelöste Schuld und Trauma symbolisiert. Der Film *Shinsei Toire no Hanako-san* von 1998 präsentiert sie als rachsüchtigen Geist.

Das Manga und Anime *Toilet-Bound Hanako-kun* interpretiert Hanako-san als männlichen Geist namens Amane Yugi (später Hanako), das siebte Schulmysterium der Kamome Academy. Er erscheint in einem schwarzen Gakuran-Anzug mit einem weißen Wangensiegel, führt übernatürliche Orbs namens Haku-joudai für Teleportation und Kampf und trägt ein Küchenmesser. Seine Vergangenheit offenbart, dass er ein menschlicher Schüler mit einem Herzfehler war, der Mobbing erduldete, seinen Zwillingsbruder Tsukasa tötete und jung starb. Als Geist mit von einem Exorzisten versiegelten Kräften überwacht er die Beziehungen zwischen Übernatürlichen und Menschen und hält das Gleichgewicht unter schulischen Geistern. Er knüpft Bindungen zu menschlichen Begleitern, zeigt Beschützerinstinkte, manipuliert aber auch andere für seine Ziele.

Weitere Auftritte umfassen Anime wie *GeGeGe no Kitarō* und *Yo-kai Watch* (wo sie im Englischen in Toiletta umbenannt wird). Diese Versionen behalten oft Kernelemente wie ihr Toiletten-Haunting und Schulmädchen-Erscheinungsbild bei, variieren aber ihre Motive, von Boshaftigkeit bis hin zum Gewähren von Wünschen gegen einen Preis.

Hanako-san spiegelt Themen japanischer Geistergeschichten wider, ähnlich Yūrei (Geister, die an Todestrauma gebunden sind) und Onryō (rachsüchtige Geister), wobei ihre Darstellung zwischen bedrohlich und tragisch schwankt. Popkulturelle Erweiterungen, insbesondere *Toilet-Bound Hanako-kun*, erkunden ihr Wachstumspotenzial, zeigen Konflikte zwischen Pflicht und persönlichen Bindungen, wie das Unterdrücken eines Meerjungfrauenfluchs oder das Manipulieren von Gerüchten zum Schutz übernatürlicher Wesen.
Titles
Hanako-san
Cast
  • Ayaka Saitodatabase_lang_japanese