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Preußen, verkörpert als Gilbert Beilschmidt, begann als Verkörperung des Deutschen Ordens und wandelte sich über die Jahrhunderte zum Königreich Preußen, um später das sowjetisch geprägte Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zu symbolisieren. Sein markantes Erscheinungsbild zeigt asymmetrisches platinblondes Haar, scharfe rot-violette Augen und eine preußisch-blaue Militäruniform, oft begleitet von einem kleinen gelben Vogel, der unbemerkt auf seinem Kopf nistet – ein verspieltes Accessoire, das er gelegentlich mit winzigen Hüten schmückt.

Als erfahrener Stratege prägte er entscheidende historische Konflikte, eroberte Schlesien im Österreichischen Erbfolgekrieg und beinahe Polen in den Polnisch-Schwedischen Kriegen, bis Litauen eingriff. Seine unerschütterliche Loyalität zu Friedrich II. („Alter Fritz“) bleibt tief verwurzelt und weckt Stolz wie Wehmut. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb er als gespenstische Präsenz, an Ostdeutschland gebunden, und schmarotzte im Haus seines Bruders Deutschland – ein Beweis für seinen hartnäckigen Überlebenswillen trotz geopolitischer Auslöschung.

Unverschämt und kampflustig präsentiert sich Preußen mit einer „awesome“-Fassade, um die Einsamkeit seiner Enklaven-Herkunft zu verbergen. Er neckt Österreich mit beißendem Spott, liefert sich mit Ungarn Scharmützel aus alten Feindschaften und verbindet sich mit Japan durch Manga-Tausch, wobei er Unfug mit unerwarteter Kameradschaft mischt. Unter der Fassade der Großspurigkeit verbirgt er sanftere Regungen – er hätschelt Italien Veneziano, schließt flüchtige Kriegsbündnisse und hortet Stoffpandas neben Tagebüchern, die seine Taten in grandioser Prosa festhalten.

Obwohl er ein schillerndes Image pflegt, klammert sich Preußen an Deutschland als Stabilitätsanker, nennt ihn „West“, während er unter Russlands Schatten gereizt reagiert. Seine Vergangenheit oszilliert zwischen Rollen: ein strenger Mentor, der das junge Deutschland durch Härte formt, ein Katalysator der Einigung und ein paradoxer Mix aus militärischer Disziplin und anarchischem Eifer. Spätere Erzählungen erkunden seine Interaktionen mit Mikronationen und introspektive Blicke auf sein Erbe, wie in *The Life of the Great Man, the Awesome Me*. Moderne Darstellungen kontrastieren sein komödiantisches Schmarotzertum mit nachdenklichen Momenten – Reue über vergangene Eroberungen, stille Reflexionen über Friedrich II. – und verankern ihn als widerstandsfähiges Symbol historischer Strömungen und kultureller Beharrlichkeit.
Titles
Prussia
Cast
  • Atsushi Kousakadatabase_lang_japanese