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Richard Jones, ein selbstgemachter Kaufmann und Patriarch der Familie Jones, strebt unerbittlich nach der Erhöhung ihres gesellschaftlichen Ansehens in der klassenbesessenen Gesellschaft des viktorianischen Englands. Als Vater von William, Grace, Arthur, Vivian und Colin erzwingt er strategische Allianzen, um ihren Ruf als „Neureiche“ zu festigen, und fordert, dass William Eleanor Campbell, die Tochter eines Viscounts, heiratet, um aristokratische Verbindungen zu sichern. Seine heftige Ablehnung von Williams Romanze mit Emma, einem Dienstmädchen, entspringt der Angst, dass ihr niedriger Status ihre prekäre Position in der starren Hierarchie gefährdet.

In kaufmännischen Ambitionen geboren, hegt Richard Groll gegenüber der Verachtung des Adels, ahmt jedoch zwanghaft dessen Elitismus nach. Diese Zwiespältigkeit vertieft die Entfremdung von seiner Frau Aurelia, deren schwache Gesundheit und vermeintliches Versagen, das idealisierte Bild der gehobenen Oberschicht zu verkörpern, seinen Tadel hervorrufen. Obwohl er in Konfliktsituationen bitter ihre Ehe bereut, gibt er widerwillig verbliebene Zuneigung zu ihr zu – ein Hinweis auf die Spannung zwischen privater Verletzlichkeit und öffentlichem Ehrgeiz.

Er betrachtet Beziehungen als Transaktionen, weist Emmas Wert aufgrund mangelnder Abstammung zurück und beschuldigt William, das Erbe der Familie zu zerstören, indem er seine Verlobung mit Eleanor auflöst. Ihre Konflikte eskalieren, als Richard William für die Ablehnung jahrzehntelanger, kalkulierter sozialer Manöver verurteilt und dessen Idealismus als Naivität verspottet. Er höhnt über Williams Versuche, denselben Aristokraten zu gefallen, die einst ihre Familie lächerlich machten – sein Zynismus spiegelt ein Leben voller Heuchelei wider.

Unter seiner Starrheit verbirgt sich ein Widerspruch: Einst selbst ein Emporkömmling, der Aurelia trotz Klassenbarrieren heiratete, verurteilt er nun Williams klassenübergreifende Romanze als leichtsinnig. Der Manga deutet seine widerwillige Akzeptanz Emmas nach langem Widerstand an, doch bleibt diese Entwicklung unklar. Sein angespanntes Verhältnis zu Viscount Campbell verkörpert seine Unsicherheit – Campbell ist auf den Reichtum der Jones angewiesen, zeigt aber offene Verachtung und wirft nach einem Händedruck einen Handschuh weg, als brutale Erinnerung an unerbittliche aristokratische Geringschätzung.

Sein Charakterbogen verkörpert den Konflikt zwischen sozialem Aufstieg und systemischem Klassendenken und stellt Williams Idealismus und Emmas Widerstandsfähigkeit einen Pragmatismus entgegen, der aus selbstgemachtem Ehrgeiz und unverheilten Wunden der Ausgrenzung geformt ist.
Titles
Richard Jones
Cast
  • Eberhard Haardatabase_lang_german
  • Wayne Graysondatabase_lang_english
  • Akio Nojimadatabase_lang_japanese
  • Lee Hoindatabase_lang_korean