Fanfic: The Angellion (3)
Chapter: The Angellion (3)
So, hier mal das 2. Kapitel, heißt übrigens, >Die >Narbe< Zorro< <br />
Bin dankbar für jeeeedes Kommi! ^^ <br />
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Alexiel wusste nicht, wie lange er jetzt schon jeden Tag in der Kombüse für die Matrosen und den Kapitän kochte. Es war fast immer das Gleiche, es gab nicht viele Nahrungsmittel auf dem Schiff. Die Hauptnahrung bestand aus Fisch mit viel Zitrone, wegen der Seefahrerkrankheit. >Killer< war gar nicht so ein schlechter Kerl, wie man meinen konnte, wenn man den zerzausten, bärtigen Mann mit dem muskulösen Oberkörper und dem verwilderten Gesichtsausdruck sah. Er hatte sich ihm förmlich angenommen. Alexiel hatte sich daran gewöhnt, dass, wenn er kam, die ruhige Zeit vorbei war. >Killer< meinte wohl, ein Schwächling wie Alexiel musste trainiert werden. Er musste Taue halten und die schweren Kisten voller Zitronen, oder dem Trinkwasser, dass sehr kostbar und einzigartig war und daher nicht für baden oder Zähneputzen verschwendet werden durfte, aus dem Frachtraum unter Deck heraufschleppen und meistens auch wieder hinunter bringen, wenn >Killer< einfiel, dass er das Wasser doch nicht gebrauchen konnte. Alexiel wusste, dass es hier nicht wichtig war, wie man roch oder ob einem jeder einzelne Zahn verfaulte. Die meiste waren über so etwas sogar froh, da dann mehr Essen für sie abblieb. Denn ohne Zähne konnte man nicht mehr Essen und das führte folglich nach einiger Zeit auch zum Tod. Dann wurde >endlich ein Platz frei<, wie die Männer lachend zu sagen pflegten. Aber seltsamer Weise, Alexiel wusste nicht warum, denn er sah sie nie Zähne putzen oder dergleichen, war noch niemand gestorben, trotz der Anmerkung des Kapitäns, dass viele dem Tode näher waren als dem Leben! Aber trotzdem stand er jeden Morgen früher auf als die anderen, nicht nur, um zu kochen, sondern auch, um sich, mithilfe eines Eimers, wenigstens etwas in dem salzigen Meereswasser zu waschen. Zähneputzen war damit natürlich mehr als hirnrissig. Aber es gab so viele Zitronen, dass er sich oft mit ihren Schalen die Zähne säuberte. Das war zwar schlecht fürs Zahnfleisch und brannte nach einiger Zeit höllisch, aber es wirkte. Alexiel war größer geworden. Er hatte zwar keinen Meterstab, wie den im Waisenhaus, der an der Wand hing und an dem, jeden Monat, jedes Kind gemessen wurde, dafür maß er seine Größe daran, wie nah er an die Taue kam, die über ihren Köpfen ragten. Berührte er seinen selbst vorgegeben Teil wusste er, dass er wieder gewachsen war. Er wusste nicht ob es von der Meeresluft oder dem vielen Vitamin C der Zitronen kam, aber er wuchs erstaunlich schnell in die Höhe. Seine Kleidung war ihm längst zu klein. Seinen Pullover und sein T-Shirt hatten die Matrosen aus Spaß ins Meer geworfen. Er trug eine der Hosen, die ihm >Killer< gegeben hatte. Sie war zu groß und er hatte sie mit einem schweren Gürtel festschnüren müssen, aber sie waren warm. Er hatte nicht mitgezählt aber schon mindestens zwei Winter waren über sie gekommen. Der Kapitän hatte ihm eine kratzige, jedoch nicht ganz so dicke Decke gegeben. Dazu hatte er behauptet, dass durch das Scheuern und Kratzen des Stoffes die Haut wärmen würde. Auch wenn er sich dies nur ausgedacht hatte, Alexiel hatte in den Wintern nie so sehr gefroren wie er gedacht hatte. Die Möwen kreischten so laut, dass Alexiel dachte sie würden versuchen das Holz zu durchdringen und die vielen kleine Fische, die unter dem Schiff im Meer umher schwammen, immer auf der Suche nach Futter und dem Überleben, um Hilfe anzuflehen. Es war so früh am Morgen dass er dachte, es wäre noch Nacht. Es war dunkel. Die große, hell leuchtende Mondsichel stand an ihrem Platz am Himmelszelt und sah ruhig auf alles hinab, doch das leichte Grau des Morgens begann schon damit, sich still und leise durch das tiefe, unendlich scheinende, Dunkelblau zu fressen und damit den Tag heraus zu beschwören. Er konnte die Möwen sehen. Es waren andere Möwen wie die, die er das letzte Mal gesehen hatte. Die letzten Möwen waren grau gewesen. Nicht wirklich grau, nicht so wie das Grau des Himmels, eher wie ein schmutziges Weiß. Befleckt und gekennzeichnet noch von dem Rauch der letzten Insel, die sie hinter sich gelassen hatten. Es war eine von den Inseln gewesen, die niemand kannte und die dachten, durch viel Industrie und Fabriken, mehr Anerkennung der Medien und anderer Großfirmen und Filialen zu bekommen. Dieses Mal waren es nicht diese Vögel, die darunter gelitten hatten. Sie waren nicht weiß, wie man sie meistens in Büchern und auf Bildern zeigte und beschrieb, sie waren schwarz. Ein reines, nicht durch Schmutz und Schändung verursachtes, verwestes, Schwarz. Beinahe schon wünschte Alexiel sich, dass eine der Möwen zu ihm kommen würde, sich auf seinem Arm niederließ und sich sorgfältig mit dem Schnabel das Federkleid säuberte. Seltsamerweise kam ihm jetzt wieder der Gedanke an Luzifer. Er kleine Vogel dem er das alles hier zu verdanken hatte. „Wo bist du, Lichtträger?“ sagte er, ungewollt laut und mehr an den Himmel als an sich selbst gewandt. „Von was redest du da, Engelchen?“ kam eine Stimme von hinten. Es war >Killer<. Alexiel drehte sich um. Er hatte sich schon beinahe daran gewöhnt, dass jeder die Engelsflügel an seinem Rücken sehen konnte. Er hatte sich auch an die seltsamen, sich durchbohrend und durchgehend anfühlenden, Blicke der Matrosen gewöhnt. „Hast du schon gekocht?“ fragte >Killer<. Das war immer die erste Frage, die er stellte. Alexiel schüttelte den Kopf. „Nein.“ sagte er, „Ich bin eben erst aufgewacht.“ Der bärtige Mann trat neben ihn, verschränkte die muskulösen, behaarten Arme vor der Brust und sah zum Himmel auf. „Weißt du, Engelchen, das Wetter ist launisch. Man kann froh sein, über so einen ruhigen Tagesanfang. Wenn man einschläft darf man nie vergessen, am nächsten Tag könnte man tot sein. Durch die Kraft der Wellen, die so schnell kommen können wie diese Vögel.“ Er zeigte in die Luft „Schnell und ohne jegliches Geräusch.“ Alexiel nickte. „Ja.“ Sagte er. Das erste, was sie ihm auf dem Schiff beigebracht hatten war, genau zuzuhören und alles zu lernen, was man ihm sagte. Alles. „Weißt du was, Engelchen,“ >Killer< sah auf ihn hinunter „als ich dich das erste Mal gesehen hab hast du mich an mich selbst erinnert! Klein ,verloren und hilflos gegenüber den anderen!“ Er lachte leise. Alexiel überlegte. „Verloren? Ja, das bin ich!“ Er grinste breit. „Du bist wirklich ein seltsames Kerlchen, Engel!“ „Das ist der Grund, warum ich hier bin!“ entgegnete Alexiel und wunderte sich selbst über die ungewohnt festen Worte, die aus seinem Mund kamen. Vielleicht gewöhnte er sich wirklich langsam hier ein? >Eingewöhnen< was war das schon! Elf Jahre seines, noch äußerst jungen, Lebens hatte er in dem Waisenhaus bei der Pastorin und den anderen verbracht. Aber hatte er sich dort, nach dieser langen Zeit, die einem jeden Tag den gleichen Ablauf von Lernen, Essen und Pausen brachte, eingewöhnt? Nein! Und deshalb wunderte er sich umso mehr. „Du schaffst das!“ meinte >Killer< und wieder wunderte Alexiel sich, dass er zustimmend, und sogar von sich selbst überzeugt, nickte. Dieser bärtige, angsteinflössende Mann war gar nicht so ein übler Kerl, wie es zu Anfang ausgesehen hatte. Er war groß und ähnlich einem Berg, unerschlossen und nicht willig, sich jemandem preiszugeben, doch langsam begann Alexiel ihn zu durchschauen, auch wenn er selbst nicht wusste, was er dort sehen sollte. >Killer< wandte sich ab und ging mit schweren Schritten in Richtung der Luke, die unter Deck zu der großen Kajüte führte, in der die Matrosen schliefen. „Geh kochen. Man wird schnell wütend, wenn nichts zu Essen auf’m Tisch is, wenn man aufwacht!“ verkündete er, wieder in seinem rauen Ton, dem man nicht widersprach, gleich dem des Kapitäns. Nur dass der Kapitän im Gegensatz zu >Killer< gepflegt aussah, und man ihm so mehr oder weniger gerne folgte. „Ja.“ Sagte Alexiel kurz. Er sah in den Himmel hoch, die schwarzen Möwen waren zwischen den grauen Wolken verschwunden. „Kommt bald wieder,“ dachte er „und bringt mir Luzifer mit...“ Ein leichter Wind strich ihm durch seine blonden, schulterlangen Haare. Eine Zeit lang stand er ganz still da. Dann zog er den Gürtel um seiner Hose fester, wandte den Kopf ab und machte sich auf dem Weg in die Kombüse, die sich genau gegenüber von seinem Standpunkt, unter Deck befand. Die Küche war zwar klein, aber, er hatte wirklich kein Ahnung wie, passten dort sämtliche Geräte, Töpfe und Schränke hinein, die man so brauchte. Es war auch einigermaßen geräumig und sauber, sodass Alexiel nichts dagegen hatte sich dort längere Zeit aufzuhalten, mal von dem Geruch langsam verfaulendem Fisch abgesehen, der die ganze Zeit über in der Luft hing, und der nicht wegzukriegen war. Langsam ging er zu dem kleinen Schrank hinüber, öffnete ihn und ließ seinen Blick über die vorhandenen Zutaten schweifen. „Hm... Zitronen, Salz, Pfeffer und Curry...“ Er kratzte sich am Hinterkopf. „Damit kann man nicht viel anfangen. Ich glaub nicht dass Zitronenauflauf mit Curry und Pfeffer schmecken würde...“ bei dem bloßen Gedanken an diese Mixtur drehte sich ihm förmlich fast der Magen um. „Dann halt ab ins Lager.“ Er schloss die Tür wieder sorgfältig, damit, falls das Schiff aufgrund einer Welle schwanken würde (was sehr oft vorkam, wegen dem Wellengang, den es auf hoher See ja immer gibt!), nichts von den Gläsern und Dosen hinaus fiel. Das Lager war ebenfalls unter Deck. Um zu ihm zu kommen musste Alexiel durch die Koje, in der die Matrosen schliefen. Er ging dort nicht gerne hinein. Auch wenn er nicht mehr so Angst hatte, wie beim ersten Mal, so jagten ihm die Männer immer noch Respekt ein, eine Art von Furcht die sich damit zum Ausdruck brachte, dass er ihnen