Der Hofnarr

Erzählen möchte ich euch Heut
Von einer wundersamen Meut
Von unsres Volkes hoher Macht
Die sich innerlich eins Lacht
Über des Narrens Dreistigkeit
Der Spielmann bittet um Geleit
"ob sie wohl so gnädig sind,
und mich bring zum Königskind?"
Vermeintlich Witz,
Er war fermos
Und das Lachen das war groß.
Doch man merkt wie Ernst's ihm war
Denn sein Blick war sonderbar:
Nicht Freud und Schalk sprachen daraus,
Still und schweigsam sah er aus.
"Sag was willst du von der Schönen?"
Begannen sie ihn zu verhöhnen.
"Ich will um ihre Hand anhalten."
Gelächter, laut die Stimmen schallten.
"Selbst hat sie doch nicht's zu sagen!
Wiederstand wird kaum sie wagen!"
"Doch das wird sie, du wirst sehn!
Werd gut bei ihrem Vater stehn!"
"Und du willst wirklich mit ihr leben?
So will ich denn dir zutritt geben."
Der Narr er geht und dankt dem Herrn
Welcher verfolgt das Schauspiel gern.
Verwundert war er als er sah,
Wie glücklich Königstochter war.
Nach kurzer Zeit der Narr verschwind,
Ein Liedchen er noch leise singt.

5Tage knapp nach dem Geschehn,
sah er sich vor dem König stehn,
"Mein Herr, ich bitt trotz niedrem Stand
Um eurer Liebster Tochter Hand."
verwundert sprach das Volk nun:"Seht!
Der König sie ihm zugesteht!"

Viele fragten nach dem Grund,
Für diesen Sonderbaren Bund
"Warumm denn so ein kleiner Wicht?"
Verdient hätt er die Tochter nicht.
"Verdient, Verdient, was heißt das schon?
Ihr sprecht von ihr als wär sie Lohn!
Der Narr als einzger hat erkannt
für Liebe nichts bedeut der Stand!"

"Und was ist mit der großen Schlacht?
Ich hab euch stehts den Sieg gebracht!"
"Habt ihr im Kampf auch viele Siege,
In diesem Kampf siegt nur die Liebe!"

Da schweigt er still der letzte Gegner,
das Paar mit nun auch seinem Segen,
durft endlich glücklich weiterleben.