Fanfic: Sommerschnee (kein Gedicht)

Chapter: Sommerschnee (kein Gedicht)

Na ja ich habe mich an den PC geschlichen und habe was gefunden was ich mal abgeschrieben habe, es ist von Tanja Zimmermann, ich finde es selber echt schön und ich finde ihr solltet es euch mal durchlesen! <br />
<br />
<br />
Sommerschnee!<br />
<br />
Mir ist alles so egal, ich fühle mich gut<br />
Der Regen macht mir nichts aus, meine Stiefel sind durchweicht, die<br />
Bahn kommt nicht. Neben mir hält ein Mercedes: „Engelchen, ich fahre<br />
Dich nach hause.“<br />
Ich Hab keine Angst, setze mich einfach neben eine alte Frau, fühle mich<br />
Sicher, mir kann nichts passieren! In der Bahn stehe ich eingequetscht<br />
Zwischen nassstinkenden Persianermänteln und grauen Anzugmännern.<br />
Die Bahn bremst, eine dicke Frau fällt neben mich, drück mich an die<br />
Fensterscheibe. Die Leute fluchen, beschimpfen den Fahrer. Ich lache.<br />
Beim Aussteigen dängt jeder den anderen, ich lasse mich treiben, bin<br />
Glücklich, denke nur an dich! An der Ampel merke ich, dass ich zu laut<br />
Singe. Eine Mutter mit Kinderwagen lacht mich an, eine aufgetakelte Blon-<br />
dine mustert mich von oben bis unten. Ich weiß, ich bin klitschnass, meine<br />
Weiße Hose ist nach 5Tage eher dunkelgrau, doch ich weiß, dass sie dir<br />
Gefällt. Meine Haare hängen nass und strähnig auf meiner Schulter. Du<br />
Hast gesagt, du hast dich schon am ersten Tag in mich verliebt, und da<br />
hatte ich auch nasse Haare. Ich laufe schnell über die Straße, leiste mir <br />
eine Packung Filterzigaretten, kaufe welchen, die mir zu leicht sind, die du<br />
Am liebsten magst.<br />
Ein grelles Quietschen. Ein wütender Autofahrer brüllt, ob ich Tomaten<br />
Auf den Augen hätte. Ich lache und beruhige ihn mit einem „kommt nicht<br />
Nach mal vor“. An einem Schaufenster bleibe ich trotzdem stehen, zupfe<br />
An meinen Haaren herum ziehe die Hose über meine Stiefel, will die ja<br />
Gefallen. Ich will dir ja sogar sehr gefallen!<br />
Auf der Apothekenuhr ist es fünf. Ich laufe quer über die nasse Wiese.<br />
Schliddere mehr, als dass ich laufe. Aber ich will dich nicht warten lassen,<br />
Ich kann das auch nicht. Ich werde dann von Minute zu Minute nervöser,<br />
Also laufe ich.<br />
Bevor ich schelle, atme ich erst ein paar Mal tief durch, dann klingle ich,<br />
Fünfmal hast du gesagt. Und meine Freude, dich zu sehen ist endgültig<br />
Sieger über meine Angst.<br />
Erst dann bemerke ich den kleinen zusammengefalteten Zettel an der<br />
Wand. Ja, es tut dir leid, wirklich leid, das du Verena wiedergetroffen hast!<br />
Ich soll es mir gut gehen lassen. Richtig gut gehen lassen soll ich es mir!<br />
Die brennende Zigarette hinterlässt Wunden auf meiner Hand. Das Rat-<br />
Tern der vorbeifahrenden Laster, das Kindergeschrei, Hundegebell und<br />
Tötende, Angst einjagende Einheitsgeräsche, meine Augen nehmen nur<br />
Noch dir gröbsten Umrisse wahr.wie eine alte Frau gehe ich den endlos <br />
Langen Weg zur Haltestelle, meine Füße sind nass und kalt in den Durch-<br />
Weichten Stiefel. Ein glatzköpfiger Mann pfeift hinter mir her, bietet mir <br />
Sein Zimmer und sich an.<br />
Verschüchtert stehe ich in der Ecke neben dem Fahrplan, mein Gesicht<br />
Spiegelt sich in der Scheibe. Wann kommt endlich diese elende Straßen-<br />
Bahn?<br />