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Ordnung.“ Marlon runzelte die Stirn. „Fühlt sich leider nicht so an“, erwiderte er und rieb sich mit spitzen Fingern die Wange. „Schlechte Nachrichten“, fuhr Elias fort und kniff Marlon in die Nase, der sofort zurückwich und mit dem Kopf gegen die Badezimmerwand knallte. „Scheiße!“, rief er, und hielt sich den Kopf. „Deine Nase ist gebrochen“, schloss Elias seufzend.
„Scheiße!“, fluchte Marlon erneut. Elias hob Marlons Kinn und bewegte seinen Kopf vorsichtig von der einen zur anderen Seite. „Tut dir sonst noch etwas weh?“, fragte er mit prüfendem Blick.
„Alles“, erwiderte Marlon kurz angebunden. „Niedlich.“ Elias ließ von seinem Kinn ab. „Ich meine deine Knochen. Deine Arme und Beine sind in Ordnung, oder?“
Marlon zog die Nase kraus und wischte sich mit seinem Handrücken verkrustetes Blut von der Lippe. „Ja“, antwortete er müde. „Meine Rippen schmerzen ein wenig.“ „Welche?“ Marlon verzog das Gesicht. „Das sag' ich dir nicht“, gab er zurück. „Du wirst sie sonst der Reihe nach abtasten und anstupsen und piksen.“
„Das stimmt doch gar nicht“, sprach Elias und schüttelte genervt den Kopf. Marlon schubste Elias von sich weg.
„Dann hör auf, mich anzufassen, du tütteliger Bast –“, die Tür flog auf und Miss Harmon sah Marlon eisern an. In ihren Händen hielt sie ein Tablett mit dampfendem Kräutertee, warmen Kompressen und einem Erste-Hilfe-Kasten. „Raus aus den nassen Sachen“, sprach sie harsch und stellte das Tablett auf der Badezimmerkommode neben ihnen ab. Marlon sah beschämt zu Boden. „Jetzt?!“ Sie schnaubte laut. „Jetzt sofort!“, fauchte sie. „Und du gehst auf dein Zimmer, Elias“, fügte sie hinzu und fixierte seine Augen durch die Gläser seiner Schwimmbrille während sie dem wimmernden Marlon grob das Hemd auszog.
Selbst auf der Treppe und trotz geschlossener Tür konnte Elias die Beiden laut und deutlich hören. Das heißt, er konnte vor allem Miss Harmon hören, die zeterte und schnaubte, schimpfte und wimmerte und schließlich weinte.