Fanfic: Être et Avoir
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Ranma setzte Akane vorsichtig auf ihr Bett und fragte noch mal. „Was meinst du mit Vision?“<br />
Er sah sie eindringlich an. Akane hatte aufgehört zu schluchzen und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.<br />
„Ich… stand eben auf der Treppe… da hatte ich eine Vision…“ Sie stockte und schüttelte den Kopf, als wolle sie sich befreien. „Ich sah, wie ich selbst unterhalb einer Treppe lag. Ich war tot…“ Akane biss sich auf die Lippen und fuhr sich mit den Finger durch die Haare.<br />
„Du standest neben mir und hast versucht, mich wiederzubeleben.<br />
Ich habe wohl einen Schock gekriegt und bin dann, als ich aus der Vision erwachte, die Treppe hinuntergefallen. Ich dachte… Ich dachte…“ Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich dachte, die Vision würde sich erfüllen…“<br />
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Ranma schluckte. ~Akane… wird sterben?~ Er sah sie mit großen Augen an und holte tief Luft.<br />
„Wie ist das denn passiert?“ Akane zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht! Ich weiß es nicht!“ flüsterte sie.<br />
Sie stand auf und ging unruhig im Zimmer herum. „Ich hab panische Angst, Ranma. Wieso habe ich so scheiß Angst?“ Jetzt setzte Akane sich auf ihr Bett und rieb sich mit den Händen über die Arme.<br />
Ranma betrachtete Akane genau. Sie sah nicht mehr so aus, wie die starke, selbstbewusste Akane, die nie weinte, die immer stark war.<br />
Ranma lächelte. ~So mag ich Akane am liebsten. Wenn sie weiblicher ist als sonst!~<br />
Ranma musste schmunzeln und stand auf. „Soll ich dir Frühstück hochbringen?“ fragte er.<br />
Akane wurde rot und schüttelte schnell den Kopf. „Ähm… Mir geht es schon viel besser! Ich… gehe runter!“ Ihr Kopf glich einer Tomate und Akane stand zitternd vom Bett auf. Sie ging an Ranma vorbei zur Tür und öffnete sie.<br />
Ranma blickte ihr hinterher und schmunzelte. ~So ein Machoweib~ dachte er.<br />
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„War etwas?“ fragte Soun beiläufig. „Es hat so lange gedauert?“<br />
Akane schüttelte den Kopf und stopfte sich schnell ein Stäbchen Reis in den Mund und kaute drauf los.<br />
Akane vermied es, die anderen anzusehen.<br />
Nabiki hob ihre Schultasche und meinte geheimnisvoll: „Ich muss los! Hab noch etwas zu erledigen!“<br />
Kasumi lächelte und fragte scheinheilig. „Wenn du schon gehst, kannst du dann den Müll mitnehmen?“<br />
Nabiki seufzte und bejahte die Frage.<br />
Akane kaute immer noch gedankenverloren auf ihrem, mittlerweile zerkleinerten Reis herum, als Ranma sie leicht anstupste. „Hey Akane! Wir müssen los.… Akane? AKANE!“<br />
Akane erwachte und sah sich um. „Hast du was gesagt, Ranma?“ fragte sie verdutzt.<br />
Der klopfte nur auf sein Handgelenk und symbolisierte eine unsichtbare Uhr.<br />
Akane schaute auf die Uhr. „Oh nein! Wir kommen zu spät! Ranma… Wieso sagst du denn nichts?“<br />
Ranma starrte Akane an, als wäre sie geisteskrank und schnappte sich seine Tasche.<br />
„Akane, wollt ihr nicht noch etwas zu essen mitnehmen?“ fragte Kasumi. „Nein danke, Kasumi, wir müssen los!“ hallte es nur noch von den Wänden, als Akane losgesprintet war. Natürlich nicht ohne Ranma am Zopf zu packen und hinterher zu schleifen.<br />
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Akane hechtete völlig außer Puste an Dr. Tofu´s Praxis vorbei.<br />
Der schaute gerade aus dem Fenster und wunderte sich gewaltig.<br />
~Warum läuft Akane denn so schnell?~<br />
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Ranma tippte Akane auf den Hinterkopf und rief: „Akane, du kannst mich jetzt loslassen!“<br />
Akane erschrak und stammelte: „Was… Ach… Ähm, ja!“ Sie ließ Ranma´s Zopf los und blieb stehen.<br />
Mit einem erneuten Blick auf die Uhr stellte sie fest, dass die Schule in 5 Minuten anfangen würde.<br />
„Oh Scheiße!“ fluchte sie und rannte los. Ranma rappelte sich auf und sprang auf den Zaun. Er sprintete hinter Akane her und hatte sie kurz vor der Schule eingeholt.<br />
Akane drehte sich nicht um, als Ranma hinter ihr auf den Boden sprang sondern preschte durch das Tor und hinauf zu ihrer Klasse.<br />
Doch leider, leider war die Klassentür schon geschlossen. Akane seufzte. Dann riss sie die Schwungtüre auf und trat in den Raum.<br />
Was da abging war unvorstellbar. Die Schüler sprangen auf den Tischen herum, einige malten an der Tafel, andere wiederum unterhielten sich in Gruppen.<br />
Akane runzelte die Stirn und ging auf ihre beste Freundin Mila zu.<br />
„Hey Mila! Was ist denn hier los?“ fragte sie.<br />
„Huh?“ Mila schaute Akane verwirrt an. „Hat dir Nabiki nichts gesagt?“<br />
Akane schüttelte den Kopf.<br />
„Nein, was denn?“<br />
„Herr Yamaguchi ist krank, deshalb entfallen die ersten beiden Stunden. Es scheint eine Art Sommergrippe zu sein.“ Mila zuckte die Schulter. „Ist doch super, oder?“<br />
Akane nickte. Sie setzte sich auf ihren Platz. Da ging wieder die Tür auf und Ranma kam herein.<br />
Er war auf den ersten Moment auch verdutzt. Akane winkte ihm und erklärte ihm die Situation. <br />
Ranma knackte mit den Knöcheln. „Dieses Miststück!“ fluchte er.<br />
Akane lächelte und kippelte mit dem Stuhl.<br />
Ranma gesellte sich pfeifend zu seinen Freunden und ein paar Minuten später johlten alle zusammen.<br />
Akane schaute wieder verloren aus dem Fenster und irgendwann übermannte sie wieder dieses Gefühl, ziemlich schwer zu sein und ihr wurde kotzschlecht. „Oh nein!“ japste Akane und versuchte, sich in der Gegenwart zu verankern. Sie versuchte, sich auf das Gelabere der anderen zu konzentrieren. Es gelang ihr nicht. Wieder wurde alles schwarz vor Akane´s Augen und sie glaubte, jetzt würde sie sterben. <br />
Ein Bild erschien vor ihren Augen. Diesmal war es ein anderes Bild.<br />
Akane lag im Wasser. Ihr Gesicht lag im Wasser. Die Haare trieben um ihren Kopf und sahen aus wie Schlangen. Plötzlich geriet das Wasser in Bewegung und Ranma kam angewatet. Er drehte Akane auf den Rücken und Akane erschrak. An ihrem Hals waren Würgemale und ihre Augen waren weit aufgerissen. Ihr Gesicht war so weiß wie Mehl und ihre Kleider waren zerrissen.<br />
Ranma schüttelte Akane verzweifelt und drückte den Körper an sich.<br />
Akane schrie gellend auf. „NEIN…“ Der Schrei hallte wieder. Immer und immer wieder.<br />
Akane bekam Angst. Die Schwärze drohte sie zu verschlingen und Akane schloss die Augen.<br />
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„He Akane! Akane…“ Mila schüttelte ihre Schulter.<br />
Sie drehte sich um und starrte zu Ranma. „Ranma…“ rief sie und winkte ihm. Ranma kam. „Yo Mila!“<br />
Sagte er und grinste. Mila´s Unterlippe bebte als sie auf Akane zeigte. „Was ist mit ihr?“<br />
Ranma wandte seinen Blick zu Akane und jegliche Farbe wich aus seinem Gesicht. „Oh Scheiße!“ waren seine einzigen Worte. Er hob Akane auf. Auch ihr Gesicht war weiß.<br />
Sie hatte einen sehr schwachen Puls. Das konnte Ranma fühlen, als er wie ein Wilder durch die Gänge lief, um schnellstens zum Erste-Hilfezimmer zu kommen.<br />
Behutsam legte er sie auf eines der Betten. Die zuständige Lehrerin fühlte den Puls und schüttelte den Kopf. <br />
„Sofort ins Krankenhaus!“<br />
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Akane zitterte. Ihre Augen hatte sie fest zugedrückt und ihr war kalt.<br />
Langsam öffnete sie ihre Augen und bemerkte, dass sie sich in einem Zimmer befand. Es war hübsch eingerichtet und von dem geöffneten Fenster waren leise Kinderschreie und Geplansche zu hören.<br />
Akane sah sich um und trat zum Fenster. Unter dem Fenster war ein großer Pool mit weißen Kacheln und überall standen Palmen. Weißer Sand lag um den Pool herum, Leute standen an der Eisbar und unterhielten sich. Kinder schwammen im Wasser oder rutschten.<br />
Akane lächelte. Plötzlich ging die Tür auf und sie selbst kam ins Zimmer. Akane riss die Augen auf und taumelte vom Fenster weg. `Akane’ nahm die große Reisetasche, die neben dem Bett stand und kramte drin herum. Sie schien Akane nicht zu sehen. Da klingelte das Telefon. „Ja?“ fragte `Akane’ ins Telefon und ihre Miene erhellte sich. „Ah! Ukyo!… Aus dem Fenster?“<br />
Sie nahm das Telefon , öffnete das Fenster und schaute hinaus. Sie wandte ihren Kopf nach rechts und winkte. <br />
Ukyo stand auf dem Balkon des Nebenzimmers.<br />
`Akanes’ Zimmer hatte keinen Balkon.<br />
Plötzlich wurde Akane schlecht und schloss ihre Augen. Als sie ihre Augen wieder öffnete stand sie unten am Pool. Sie blickte hinauf und erkannte sich selbst , wie sie zu Ukyo winkte. Ukyo ging zurück ins Zimmer, `Akane’ blieb am Fenster. Plötzlich schrie `sie’ auf und ließ das Telefon los. Das Telefon knallte an die Wand, da es eine Schnur hatte. Das Kabel riss und das ganze Telefon krachte hinab. Akane riss ihre Augen auf und blickte wieder zu sich selbst nach oben. Was sie sah, erschreckte sie zu Tode. Hände hatten sich um den Hals von `Akane’ gelegt und würgten sie.<br />
Jetzt wurde ihr Klon immer weiter aus dem Fenster gedrängt und hing mit dem Oberkörper über dem Fensterbrett.<br />
Verzweifelt strampelte sie. Akane blickte sich um. Neben ihr stand Menschen und zeigten nach oben.<br />
Akane blickte zu sich selbst und erkannte, dass sie nun schon ganz rot im Gesicht war. Ukyo stand jetzt wieder am Nebenbalkon und schrie: „Akane! Was machst du da??“<br />
Akane schüttelte den Kopf und murmelte : „Das kann nicht sein… Ich will so nicht sterben… Wieso ich… WIESO ICH??“<br />
Die Hände ließen den Hals von ihrem Klon los und gaben `Akane’ einen kräftigen Stoß. `Akane’ schrie aus Leibeskräften und stürzte in die Tiefe. Durch die Menge ging ein Schrei.<br />
Wie in Zeitlupe stürzte ’Akane’ herunter. Akane riss ihren Mund auf um zu schreien, aber kein Ton entkam ihr.<br />
`Akane’ schlug auf und wie ein Blitz war das Bild weg.<br />
Akane schrie… schrie