Fanfic: Nur ein Geist …
Chapter: Nur ein Geist … part one
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Nur ein Geist …<br />
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Unbeschreiblich … wunderschön vielleicht … aber wirklich wahr?<br />
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„Schon ein ganzes Jahr …“ Leise murmelte Akane diese Worte vor sich hin und ließ dabei langsam ihren Blick über den Graten schweifen. Die Sonne warf gerade ihre ersten Strahlen über das Land, brachte den Tau zum Glitzern und tauchte alles in einen rötlichen Schimmer. „Schon einganzes Jahr … und immer noch habe ich ihm nicht gesagt, dass …“ Grummelnd verzog Akane ihre Stirn und wendete sich nachdenklich vom Fenster ab. Nach einigem Zögern schnappte sie sich dann ein Kleid aus dem Schrank, streife es sich über und fuhr sich danach sorgfältig mit einer großen Bürste durch das volle Haar. <br />
Nur kurz drauf hörte Akane wildes Getrampel vor ihrer Zimmertür, welches sich langsam über die Treppe nach unten entfernte, und schloss verärgert die Augen. „Warum … warum müssen wir uns eigentlich immer so oft streiten?“ fragte sie sich leise und schaute mit traurigen Augen zum Fenster hinüber, durch das sie Ranma und seinen Vater erblicken konnte. Ein kleines Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, als sie seine strahlenden Augen beobachtete … *Vielleicht sollte ich einfach mal versuchen etwas netter zu sein …*<br />
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Ich geh dann einkaufen!“ Mit schnellen Schritten lief Ranma an Kasumi vorbei, winkte und lächelte ihr kurz zu und sprang dann hinaus in den Garten, als er auf einmal eilige Schritte hinter sich vernahm. Verwundert drehte er sich um und sah in das leicht gerötete Gesicht seiner Verlobten. „Ich … ich dachte … ich könnte dich ein wenig begleiten.“ Mit einem schüchternen Lächeln blickte Akane zu Boden und spielte nervös mit ihren Finger hinter ihrem Rücken an ihren Kleid. Erstaunt schaute Ranma sie an, brachte erst keinen Ton hervor, bis Akane sich leicht verärgert wegdrehte. „Ich kann auch hier bleiben … du musst es mir nur sagen!“ brachte sie mit einem leicht schnippischen Unterton hervor und machte sich schon auf den Weg zum haus zurück, als Ranma plötzlich sanft ihre Hand ergriff und sie zu sich zurückzog. „Natürlich kannst du mitkommen …“<br />
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Schweigend liefen Ranma und Akane nebeneinander her … gingen unbewusst kleine Umwege … und schauten von Zeit zu Zeit heimlich zum anderen hinüber … nicht in der Lage über etwas zu reden oder sich dem Gegenüber gar zu nähern. <br />
Nervös kaute Akane sich auf ihrer Unterlippe herum und versuchte innerlich über sich selbst zu lachen. Warum war es eigentlich so schwer über ihre Gefühle zu sprechen oder sie gar zu zeigen …?War sie so ein Angsthase oder wollte sie nur nicht verletzt werden? Verstohlen warf sie einen kleinen Blick zu Ranma und bemerkte zugleich wie ihr Herz ein kleines bisschen schneller schlug. Tief luftholend blieb sie stehen … „Weißt du eigentlich was für ein Tag heute ist …?<br />
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Stockend blieb Ranma stehen … rieb sich kurz durch die Augen … doch sein Blick trübte sich nur. Die Sonne verschwand langsam und um ihn herum breiteten sich kleine Nebelschwaden aus, die sich um seinen Beine züngelten … nach oben stiegen und ihm die Sicht verdeckten. Irritiert sah Ranma sich um … versuchte den alten Weg wieder zu erkennen … doch um ihn herum war es dunkel, bis sich auf einmal eine Hand vor ihm ausstreckte und langsam einen scheinenden Gegenstand in seine Hand legte … „Höre auf dein Herz “ … waren die einzigen Worte die er hörte, bis sich vor ihm wieder die Sonne auftat und er spürte wie Akane ihm ungeduldig am Ärmel zog. <br />
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„Weißt du was für ein Tag heute ist?“ Leicht verärgert wiederholte Akane ihre Frage, doch Ranma sah sie nur fragend an und schaute dann stockend auf seine ausgestreckte Handfläche. Schweigend folgte Akane seinen Augen, als ihr Blick an einem kleinen silbernen Ring mit einem scheinenden eingravierten Drachen hängen blieb, der auf Ranmas Handfläche lag. Sprachlos weiteten sich ihre Augen und sie stolperte ein paar Schritte zurück … bis sie eine zittrige Hand nach dem Ring ausstreckte. <br />
„Ist der etwa für mich?“ Mit großen glitzernden Augen sah Akane Ranma an … als dieser auf einmal die Hand zurückzog und den Ring ärgerlich ansah. „Nein … der Ring ist nicht für dich … ich weiß ja noch nicht einmal mehr wie er dahin gekommen ist … und wieso sollte ich dir denn auch einen Ring schenken?“<br />
Mit zusammengepressten Lippen entfernte Akane sich ein paar Schritte von Ranma, der sie immer noch verständnislos ansah und nicht verstand was gerade eben passiert war. Schon wollte er Luft holen und ihr erzählen, was er gesehen hatte, als sie plötzlich die Hand ausholte und ihm eine schallende Ohrfeige verpasste. „Spiel nicht so mit meinen Gefühlen, du Trottel und behalt deinen blöden Ring doch für dich alleine!“ Wütend rieb Akane sie an der Wange entlang, darauf achtend, dass keine Träne hinunterlief, und stapfte dann davon … ließ Ranma alleine. Mit offenem Mund schaute dieser ihr hinterher … bis er allmählich verstand, was er gerade eben überhaupt gemacht hatte … doch vielleicht war es nun zu spät … alles zu erklären …<br />
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Langsam schritt Akane durch das grüne Gras. Kleine feuchte Halme … hunderte und tausende … schmückten den kleinen Hügel vor ihr und tauchten alles in ein leuchtend grünes Licht. Mit federnden Schritten … gemächlich und tastend bewegte Akane sich vorwärts …<br />
Mitten auf dem Hügel ragte ein großer stolzer Baum empor … stand dort … und schwang leise mit dem Wind hin und her. Die Rinde hart … dunkel und störrisch … jedoch nur zum Schutz … um den inneren weichen und verletzlichen Kern zu beschützen …<br />
Mit wachsamen, interessierten Augen ging Akane auf den Baum zu … betrachtete ihn kurz … schloss dann die Augen … atmete den sanften Duft ein, der diesen Baum umgab …<br />
Etwas Friedliches lag in der Luft … etwas Geheimnisvolles und doch Beruhigendes … etwas was Akane nie vergessen würde …<br />
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Mit einem Lächeln auf den Lippen berührte Akane den Stamm des Baumes … beobachtete die vielen Äste und Zweige … mit den vielen Blättern und den noch kleinen und verschlossenen Knospen. Mit dem Wind und der Sonne wurden vereinzelte Schatten auf Akanes Gesicht gezaubert … tauchten ihr Antlitz in einen goldenen Schimmer … und brachte sie zum scheinen …<br />
Irgendwann lies Akane sich auf den Boden sinken … lehnte genüsslich ihren Kopf an den Baum und vergrub ihre Hände in dem weichen Gras, als ihre Fingerspitzen auf einmal auf etwas Hartes stießen. Verwundert schaute Akane hinunter und erblickte ein kleines Buch, welches genau neben ihr lag. Ein leichter goldener Schimmer schien in dem Umschlag eingetaucht zu sein und strahlte ihr nun in Form eines kleinen Drachens entgegen. Schluckend strich Akane über den glatten Umschlag und spürte zugleich eine unbekannte Energie in sich aufsteigen … eine Energie so fremd … und doch irgendwie bekannt und freundlich …<br />
Nach einigem Zögern hob Akane das kleine Buch auf, umfasste es mit ihren Händen und betete es langsam auf ihren Schoß, während sie vorsichtig die erste Seite öffnete … <br />
Ohne sich weiter darüber zu wundern wo sie war … wie sie hier herkam … und wie das Buch so plötzlich erschienen war … strich sie fast sanft über die leere erste Seite … schloss die Augen … spürt wie ihr zwei lächelnde blaue Augen entgegen sahen …<br />
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Verschlafen rieb Akane sich mit leicht geballten Händen durch die Augen und versuchte ein aufsteigendes Gähnen zu unterdrücken, was aber nur dazu führte, dass sie sich verschluckte und leise anfing zu husten. Grummelnd strich Akane sich die Haare aus dem Gesicht und schlug ihre Decke zur Seite. Ein kleiner kalter Schauer fuhr über ihre Haut, als sie müde aus ihrem Bett tapste und die Gardinen vor ihrem Fenster zurückzog. Nachdem sie das Fenster geöffnet hatte, strich ihr sogleich eine frische Brise um die Nase und erfrischte langsam ihre Sinne. Nachdenklich setze Akane sich auf ihrem Schreibtischstuhl und lies ihren Blick über den Garten schweifen … über den Teich … über das Dojo … über die Bäume … über zwei lächelnde blaue Augen …<br />
Irritiert schloss Akane die Augen … erinnerte sich kurz an ihren Traum … und schüttelte schnell ihre Gedanken wieder aus ihrem Kopf.<br />
„Was für ein blöder Traum … warum träume ich nur so was …?“ murmelte sie zu sich selbst und schlurfte langsam zu ihrem Schrank hin über, als ihr Blick plötzlich wieder auf ihr Bett fiel … neben ihrem Kopfkissen lag ein kleines Buch mit einem kleines schimmernden Drachen ... der ihr grinsend entgegensah …<br />
Sprachlos setzt Akane sich wieder auf die Kante ihres Bettes und nahm vorsichtig das Buch in ihre Hände … und auf den ersten Seiten … in ihrer eigenen geschwungenen Schrift … spiegelte sich ihr Traum wieder … ihr Traum von dem geheimnisvollem Baum … mit dem noch ungewöhnlicheren Buch …<br />
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To be continued <br />