Fanfic: KAZE NI NARU (3)
schrie Akane und umarmte den Mann, der gerade aus dem Auto steig stürmisch. <br />
„Du bist wieder da!“<br />
Es war kein Wunder, dass Akane ihn so toll fand. Er konnte gut mit Pferden umgehen, er war klug, er war einfach nur toll. Dazu sah er aus wie eines dieser männlichen Playboys. Er hatte schwarze etwas gelockte Haare, graue Augen, darüber schmale schwarze Brauen und ein schlank geschnittenes Gesicht. Auch sein Körper war schlank und es gab wirklich nur ein treffendes Wort für Mikesch: schön.<br />
Er lachte und Akane lachte mit. Jetzt musste Nell auch lachen. „Ihr beide seid so schäl!“ sagte sie und hielt sich vor Lachen den Bauch. Mikesch sagte: „Ja, aber nicht so wie du!“<br />
Sie mussten wieder lachen, denn Nell hatte früher immer allen Streiche gespielt. Noch schlimmer als Akane. Doch als sie älter wurde, hatte es aufgehört. Nell hatte schon seit Jahren keinen Streich mehr gespielt. Sie war dafür zu ernst geworden.<br />
Jetzt kam etwas von der früheren Kindheit hoch und Nell ging auf Mikesch zu. Sie hob ihre Hand und wollte ihm eine Ohrfeige geben. Kurz vor seinem Gesicht schlug sie auf ihren Arm, aber es hatte wirklich so ausgesehen, als würde sie ihm eine klatschen. Akane lachte sich schlapp und auch Mikesch lachte. Dann zerwuschelte sie Nell die Haare und sagte leicht: „Du kannst es ja immer noch!“<br />
Nell war aufreizend ihre Haare nach hinten und meinte: „Ich werde das Internat in Angst und Schrecken versetzten. Sie werden nur vor meinem Namen zittern: Nell!“ <br />
Akane lachte laut auf und Mikesch runzelte die Stirn. „Internat?“<br />
Schlagartig wurde Akane leise und drehte sich um.Sie ging ohne ein Wort zurück in den Stall und nahm ihre Arbeit wieder auf. Nell und Mikesch blickten ihr hinterher und leise sagte Nell: „Ich will auf ein Internat gehen, aber Akane versteht es nicht so ganz. Wahrscheinlich weil wir Zwillingen sind und wir immer füreinander da waren!“ Mikesch nickte. „es ist schwer jemanden ziehen zu lassen, der einem sehr viel bedeutet!“„Du meinst...“ sagte Nell und schlug die Hände vor den Mund. „Oh nein!“<br />
Sie drehte sich weg und dachte verzweifelt: Und ich dachte, sie wollte mir nur Ranma ausspanne. Ich dachte, sie würde mich hassen und ihr wäre es egal wohin ich gehe! Hauptsache sie bekommt was sie will...! Ihre Hände zitterten und flüsternd sagte sie: „Ich gehe in mein Zimmer!“<br />
<br />
In ohnmächtiger Wut und Verzweiflung kehrte Akane Hazels Box.<br />
Leise kam jemand angepirscht. Akane hörte ihn nicht, denn sie war viel zu tief in Gedanken versunken. „He Akane! Morgen!“ Akane fuhr erschrocken auf und schlug blitzschnell aus Reaktion mit der Handkante nach hinten. Ranma duckte sie schnell und entging dem Schlag.<br />
„Mann erschreck mich doch nicht so!“<br />
„´tschuldige!“ sagte Ranma achselzuckend und grinste. „Was gibt’s?“<br />
Akane drehte sich wieder um und sagte bitter: „Nell geht weg!“<br />
„WAS?“ Ranma reagierte genau wie sie selbst. „Sie geht weg? Wohin?“<br />
„In ein Internat!“<br />
Akane ließ die Gabel fallen und die Schultern hängen. Ihre Haare lösten sich auf und fielen in Strähnen hinab. „Sie wird mir fehlen!“ flüsterte Akane leise.<br />
Ranma wurde traurig und umarmte sie von hinten. Akane ließ es geschehen und lehnte sich an. Mit zitternder Stimme sagte sie leise einen Vers auf:<br />
<br />
„schwarze Vögel, roter Himmel<br />
Frau am Meer riecht an Blumen<br />
aber ihre Hand ist leer<br />
sieht ein Schiff im Sturm versinken<br />
hört Menschen schrein<br />
sie ist nicht verlassen<br />
nur allein!<br />
<br />
Stimmen im Wind<br />
die sie rufen, wenn der Abend beginnt<br />
sei nicht traurig, Suzanne<br />
es fängt alles erst an<br />
Stimmen im Wind<br />
die so zärtlich und so liebevoll sind<br />
sei nicht traurig, Suzanne<br />
es fängt alles erst an<br />
<br />
Lächeln in erschrocknen Augen<br />
blind vom Licht, Tränen wie aus Eis<br />
verbrennen ihr Gesicht<br />
Pärchen auf vergilbten Fotos<br />
der Phantasie<br />
Menschen, die sich lieben<br />
sterben nie!“<br />
Es war ein Trauriges Gedicht und auch ein Lied.<br />
Als Akane es aufsagte, musste sie all ihre Kraft aufbringen, um nicht zu weinen. Sie würde ihre Schwester nur ganz selten sehen. Und sie würde sie aufgeben müssen. Als sie sich von Ranma <br />
Löste, wurde ihr kalt. <br />
Sie drehte sich nicht noch einmal um, sondern ging . Sie drehte sich nicht noch einmal um, weil er nicht ihre Tränen sehen sollte.<br />
Sie rannte ins auf die Wiese und stand auf der großen Klippe über dem Wald. Der Wind drehte sich um sie herum und sie fühlte sich frei. Hier oben konnte sie ihre Seele loslassen und sie tat es. Die Kraft der Natur und der Gewalten wurde an diesem Platz dort oben gebündelt. Wer sie fühlen konnte, war auf diesem Platz für immer beschützt.<br />
Sie erinnerte sich an ein altes Gedicht. Ihr Großvater hatte es ihr beigebracht, glaubte sie. Aber irgendwo in ihrem herzen, wusste sie, dass sie es schon davor gekannt hatte.<br />
<br />
„fremd war das Dorf<br />
und verborgen die Straße zum Meer<br />
fremd war das Haus<br />
doch ich fühle, ich war schon mal hier<br />
ein Mann sitzt auf den Stufen<br />
und sagt, du kommst zu früh<br />
er führt mich hinein <br />
und er zündet die Nachtlichter an.<br />
ein Rauschen von früher umfängt mich<br />
und hält mich in Bann<br />
die Sonne ist verschwunden<br />
so rot war sie noch nie<br />
<br />
sag mir, fährt mein Schiff noch Heut<br />
in das Land der Ewigkeit<br />
wann, alter Mann<br />
fängst meine letzte Reise an<br />
heut oder nie déjà vu<br />
<br />
ich seh meinen Wagen und mich<br />
und die Klippen so nah<br />
es reißt mich zurück<br />
und ich spür noch die Todesgefahr<br />
mein Wagen in der Tiefe<br />
sterben wollt ich nie<br />
<br />
<br />
er sagt, dieses Schiff geht heut<br />
in das Land der Ewigkeit<br />
glaubs oder nicht<br />
doch da ist kein Platz für dich<br />
du kommst zu früh - déjà vu<br />
<br />
ich lache und ich weine<br />
alter Mann, merci <br />
ich war zu früh - déjà vu“<br />
<br />
Akane stand lange dort. Sie wusste nicht wie lange. Plötzlich hörte sie eine leisen Schrei.<br />
„Hilfe!“<br />
Sie drehte sich in alle Richtungen um heraus zu finde, woher der Schrei kam.<br />
„Schrei noch mal!“ schrie Akane laut.<br />
Wieder kam die leise Stimme. „Hilfe! Hier bin ich!“<br />
Akane drehte sich in Richtung Moor. „Oh Gott!“<br />
Akane rannte auf das Moor zu. „Hallo??“<br />
„Hier !Hilfe!“<br />
Akane drehte sich nach rechts.<br />
„Wo bist du?? Hallo?“ <br />
„Hier!! Ich bin Becca!!“ <br />
„Okay! Ich komme!“<br />
Ein leises Schluchzen drang zu Akanes Ohren.<br />
Sie hörte ein Schmatzen und sank fast bis zur Hüfte in Morast ein.<br />
„Becca! Wo bist du?“<br />
„Hier!“ die Stimme wurde immer schwächer.<br />
„Ich versinke! Hilfe!“<br />
„Nicht bewegen!“ befahl Akane. „Dann sinkst du noch schneller!!“<br />
„Ja!“ Sie wurde ruhig. Bis sie plötzlich schrie und wie verrückt strampelte.<br />
„Ihh! Hier ist eine Schlange! Ahh..“ Man hörte ein Plopp und ein Matschen.<br />
„Becca?“ Akane bekam keine Antwort. „Becca?“ fragte sie wieder.<br />
Sie zog sich im Schlamm nach vorn.<br />
„Becca?“<br />
Sie sah einen schlanken Arm im Wasser. Sie zog sich hin und wollte den kleinen Körper hochziehen.<br />
„Becca, Becca!“ schrie sie verzweifelt. „Becca!“ Ihre Stimme sank und auch ihre Hoffnung.<br />
Tränen traten in ihre Augen. „Ich habe dir doch.. gesagt.. dummes Mädchen!“ Ihre Kraft verließ sie und sie lehnte sich müde auf einen Ast. „Ich bin auf einmal so müde...“ flüsterte sie. Sie hielt Beccas Hand noch immer in der ihren.<br />
Mit leiser weinerlicher Stimme flüsterte Akane: „Es tut mir Leid, ich Konnte dich nicht retten... Es tut mir so Leid!“<br />
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Akane wachte langsam auf. Jemand rief ihren Namen. Sie konnte nicht genau erkennen wer, denn es war schon Nacht.<br />
„Wo bin ich flüsterte sie leise. Die kalte steife Hand von Becca hatte sie noch immer fest umklammert.<br />
„Hier!“ wollte sie rufe, doch sie brachte nur ein Krächzen heraus.<br />
Sie versuchte es noch mal. „Hier bin ich!“ Ihre Stimme wurde etwas stärker. Da erst merkte sie, dass sie bis zum Hals im Moor und Morast steckte.<br />
Ein Schwall Wasser kam ihr in den Rachen und sie musste husten. Sie spuckte das ganze Wasser wieder aus. Durch das Gehuste aufmerksam, kam die Stimme näher. „Akane? Wo bist du?“<br />
Es war Nell.<br />
Etwas lauter rief Akane: „Nell! Hier!“<br />
Sie hörte Platscher und aus dem weißen Nebel, der aufgezogen war, kam ihr eine Hand entgegen, die langsam Gestalt annahm. Niemals war Akane die Anwesenheit ihrer Schwester lieber gewesen als jetzt. „Bitte hilf mir Nell! Ich stecke fest.“<br />
Nells Gesicht blieb regungslos. Als ihrem Hals ein leises höhnisches Lachen entkam, weiteten sich Akanes Augen. „Nell?“ fragte sie zitternd.<br />
„Ja, Geliebte Schwester?“ fragte Nell böse.<br />
„Was hast du?“ fragte Akane schaudernd.<br />
„Ich? Ich habe gar nichts!.. Doch ich habe etwas gegen dich!“ schrie Nell.<br />
„Ich hasse dich, Akane!“<br />
„W.. Wieso hasst du mich?“ fragte Akane.<br />
„Du hast ihn mir weggenommen!“ zischte Nell.<br />
„Wen?“ fragte Akane erschrocken.<br />
„Na Ranma!“ schrie Nell sie an. „Du weißt genau, dass ich ihn vom ersten Augenblick, als ich ihn gesehen habe, geliebt habe!“ Ihre Stimme zitterte leicht. „Deshalb hasse ich dich! Er hat mir etwas vorgemacht, als ich ihm gestand, dass ich ihn liebte. Von wegen, ich liebe dich auch!“<br />
Akane sagte nichts. Es war zu gefährlich,