Fanfic: Licht – part three
Chapter: Licht – part three
Licht – part three<br />
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Keuchend schloss Akane die Augen und horchte auf die entfernten Schreie von Nazukawa. <br />
So schnell sie konnten, hatten Ranma und Akane sich in einem hohlen Baum versteckt und hofften nun, dass Nazukawa sie nicht finden würde. Lächelnd blickte sie auf das goldene Medaillon, welches sie fest in den Händen hielt. <br />
Erschöpft atmete sie durch und ließ sich ein wenig gegen Ranma fallen, der dicht neben ihr im Baum stand. <br />
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„Weißt du … ich hätte ihn nicht geküsst …“ <br />
Schüchtern blickte Akane in Ranmas Gesicht, über das sich sogleich ein roter Schimmer zog.<br />
„Als wenn mich das interessieren würde …“ Verächtlich rümpfte Ranma die Nase, löste sich von Akane und schaute vorsichtig aus dem Baum heraus. <br />
Wütend verengten sich Akanes Augen. Schwungvoll stieß sie Ranma nach vorne und stapfte an ihm vorbei. „Du bist wirklich ein Trottel Ranma! Du hättest wenigstens Danke sagen können!“<br />
Mit offenem Mund starrte Ranma sie und verdrängte schnell den schmerzlichen Ausdruck, den er in ihren Augen gesehen hatte. „Wofür sollte ich mich bedanken? Ich habe doch schon gesagt, dass es mich nicht interessiert wen ein Trampel wie du küsst!“<br />
Zornig fuhr Akane herum. Obwohl ihr Herz schmerzte, gewann die Wut in ihrem Körper die Oberhand. „Du sollst dich nicht dafür bedanken, dass ich Nazukawa nicht geküsst habe, sondern hierfür du Blödmann!“ Wütend schrei sie Ranma an und warf mit voller Wucht das kleine Medaillon gegen seinen Kopf. <br />
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Schmerzhaft hielt Ranma sich eine Hand auf die Stirn und hob mit der anderen Hand das Medaillon vom Boden auf. Mit einem leisen Knacken öffnete es sich und Ranma breitete mit Staunen die Karte zur Nanniichuan aus.<br />
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„Akane, bitte warte doch!“ Nach einiger Zeit hatte Ranma sich wieder gefasst und eilte Akane hinterher, die mit lauten Schritten davon gestapft war. <br />
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Schüchtern und doch fest ergriff er ihr Hand. „Du sollst doch nicht allein weglaufen … Nazukawa könnte dich finden.“<br />
Ausdruckslos senkte Akane ihre Augen. „Ich dachte das wäre dir egal?“<br />
„Nein …“ Leise und zaghaft sprach Ranma dieses Wort und schwieg für den Rest des Weges. Ein Lächeln hatte sich auf seinen Lippen gebildet und ein hoffnungsvoller Schimmer leuchtete in seinen Augen.<br />
Glücklich strich Akane sich ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, während Ranma ihre andere Hand immer noch fest umschlossen hielt.<br />
Wärme stieg in ihr auf. Eine Wärme der Hoffnung … des Glücks … und der Geborgenheit … denn Akane fühlte sich sicher. Für einen kurzen Moment vergaß sie die Angst in ihrem Herzen Ranma zu verlieren, die sich seit ihrem Traum in ihr aufgebaut hatte. <br />
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Nachdenklich stand Akane vor ihrem Zimmerfenster und fuhr sich mit einer Bürste durch die Haare. Inzwischen war es draußen schon dunkel geworden und einzelne Sterne schimmerten ihr entgegen. Gerade wollte Akane sich wieder vom Fenster abwenden, als sie auf einmal einen dunklen Schatten sah, der vom Haus hinaus zum Tor huschte. <br />
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*Ob das Ranma war?* Angestrengt schaute Akane aus dem Fenster, konnte aber nichts erkennen. Nach einigem lehnte sie sich nach draußen und rief hinaus: „Ranma?“<br />
Als sie keine Antwort bekam, schnappte sie sich schnell eine Jacke und rannte nach unten; schlüpfte in ihre Schuhe und eilte in den Garten.<br />
Leise hallten ihre Schritte über den Hof, als Akane plötzlich stoppte. <br />
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Aus einem Schatte trat Ranma auf sie zu und blickte sie finster an. „Warum folgst du mir Akane?“ <br />
Schluckend sah Akane in das Gesicht ihres Verlobten. „Ich … Ich war nur neugierig.“<br />
„Bleib lieber hier …“ Mit ruhiger Stimme legte Ranma eine Hand auf ihre Schulter und drehte Akane langsam um. Noch bevor sie etwas sagen konnte, war Ranma verschwunden. <br />
„Wo gehst du denn überhaupt hin?“ Verzweiflung schwang in ihrer Stimme mit, doch niemand antwortete ihr. <br />
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Schnell rannte Ranma durch die Wege Nerimas. Nur der leichte Schein der Laternen erleuchteten die Straßen und brachten das kleine Medaillon um seinen Hals schwach zum glänzen. <br />
Mit einem Mal bremste Ranma abrupt ab, als er auf einmal eine Person vor sich auf dem Weg entdeckte. Verzweifelt versuchte er noch zu stoppen und wankte hin und her, doch da die Person gedankenverloren auf ihn zuging, hatte Ranma keine Chance mehr auszuweichen.<br />
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Mit einem lauten Knall rumpsten die beiden ineinander. Ranma riss die Person um und lag verlegen grinsend auf ihr.<br />
Erst als sich die Person regte, ein schwarz-gelbes Stirnband zum Vorschein kam und sie leicht anfing vor sich hin zu grummeln, erkannte Ranma seinen alten Freund.<br />
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Freudig sprang er auf. „Hey Ryoga! Was für ein Zufall!“ Mit den Zähnen knirschend stand Ryoga auf und schaute Ranma wütend an. „Ist das eine Herausforderung oder warum rennst du mich mitten in der Nacht um?“ Lachend schnappte Ranma sich seine Hand und zog ihn hinter sich her. „Keine Zeit für Erklärungen … komm einfach mit!“<br />
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Leicht flackerte das Licht einer kleinen Öllampe hin und her, während sich fünf Köpfe angestrengt über eine Karte beugten.<br />
„Also ich verstehe überhaupt nichts von Karten. Was soll das überhaupt alles Ranma?“ Genervt rückte Ryoga mit seinem Stuhl zurück und sah gelangweilt aus einem Fenster. <br />
„Hör mir zu Ryoga …“ Mit einem geheimnisvollen Lächeln richtete Ranma sich auf. Gespannt folgten ihm die vier Augenpaare von Ryoga, Shampoo, Mousse und Cologne und erwarteten mit Neugier seine Worte. „Wenn wir dieser Karte hier folgen, erreichen wir die Nanniichuan und können endlich wieder richtige Männer sein!“ <br />
Freudig sprang Ranma auf, als er plötzlich stürmisch von Shampoo umarmt wurde. „Oh Ranma, ich so glücklich … ich dich begleiten!“ <br />
Entsetzt weiteten sich Ranmas Augen, als ihn auf einmal eine Faust hart im Gesicht traf. „Wenn Shampoo mitgeht, werde ich auch mitkommen!“ Entschlossen verschränkte Mousse die Arme vor der Brust und beobachtete zufrieden wie Ranma langsam zusammenklappte. <br />
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Schweigend blickte Ryoga zu Boden und konnte sein Glück kaum fassen. Nur abwesend bekam er mit, wie Cologne mit einem leisen Klacken in die Mitte des Raumes hüpfte.<br />
„Nun beruhigt euch doch Kinder! Ich werde euch den Weg erklären!“<br />
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Mit leeren Augen sah Akane über die vielen Dächer Nerimas hinweg. Dunkel lagen sie im Schatten der aufgezogenen Wolken und strahlten nicht wie sonst die Ruhe und Zufriedenheit aus, die Akane von ihnen kannte.<br />
Fröstelnd zog sie ihre Jacke dichter um ihre Körper, als ein ungewohnt starker Wind hinter ihr aufkam. Verwundert drehte sie sich um und sogleich erschrocken auf.<br />
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„Akane … warum bist du davon gelaufen?“ Mit belegter Stimme und traurigen Augen sah Nazukawa sie an. „Nun ja … du hast uns angegriffen.“ Ein ironisches Lächeln überzog Akanes Gesicht und sie ging langsam ein paar Schritte zurück.<br />
„Ich bin wütend geworden … es tut mir Leid! Aber du hast mir mein Medaillon gestohlen, gib es zurück!“ Bedrohlich ging Nazukawa auf Akane zu und packte sie am Handgelenk, noch bevor sie zurückweichen konnte. <br />
„Ich … Ich habe es nicht mehr!“ Ängstlich sah Akane zu Boden. Ein Schauer lief über ihren Rücken als Nazukawa sie dicht an sich heranzog und sie seinen leichten Atmen an ihrem Nacken spürte. Wehren konnte sie sich nicht. Ihre Angst vor seiner Macht und die Angst um Ranma verbat es ihr.<br />
„Dann schuldest du mir wohl noch etwas, liebst Akane!“ Ein Lächeln bildete sich auf Nazukawas Lippen und erhob mit zwei Fingerspitzen vorsichtig ihr Kinn an. <br />
Zitternd versuchte Akane noch ihren Kopf zu drehen, aber eine unsichtbare Kraft zwang sie dazu in die lila Augen ihres Gegenübers zu sehen. „Nazukawa … bitte … ich …“ Stockend begann Akane zu sprechen, doch in diesem Moment verschloss Nazukawa ihren Mund mit seinen Lippen und drückte sie liebevoll an sich.<br />
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Fassungslos blieb Ranma auf der Mauer des Tendo-Anwesens stehen und blickte erstarrt hinauf aufs Dach. Von einem kleinen Windhauch umgeben, wurde Akane von Nazukawa geküsst. <br />
Zorn stieg in Ranma auf und mit einem erstickten Schrei sprang er hinüber aufs Dach und verpasste Nazukawa einen gezielten Tritt ins Gesicht.<br />
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Taumelnd fiel Akane zurück und landete in Ranma schützenden Armen. Dankbar sah sie zu ihm auf, doch er schaute sie nicht an. Kalt sah er hinüber zu Nazukawa, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Wange hielt.<br />
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„Ranma …“ Bedrohlich leer zischte er seinen Namen hervor und wie am Nachmittag begannen seine Augen schwarz zu glühen. Blitzschnell tauschte er vor Ranma auf und blickte ihm direkt in die Augen. Gerade wollte Ranma zum Schlag ausholen, als Nazukawa so dicht an ihn herantrat, dass er seinen Atmen im Gesicht spüren konnte.<br />
„Jetzt ist noch nicht die zeit für einen Kampf. Aber eins verspreche ich dir Ranma Saotome: Wenn ich Akane nicht haben kann … dann soll sie niemand haben!“<br />
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Mit klopfendem Herzen sah Akane dem leichten Windwirbel hinterher, der langsam vor Ranma aufstieg und in den Lüften verschwand.<br />
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Während sie ein leises Danke murmelte, nahm Ranma sie wortlos auf seinen Arm und sprang mit ihr hinunter vom Dach.<br />
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Schweigend stand Akane auf der ersten Stufe der Treppe und hielt sich mit zitternder Hand am Geländer