Fanfic: Memento Mori
Chapter: Memento Mori
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Dies ist ein One-Shot, den ich aufgrund meiner derzeitigen Stimmung geschrieben habe.<br />
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Viel Spaß!<br />
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Disclaimer:<br />
Die Figuren sind Eigentum von Takahashi-sama. Ich schreibe dies hier nur, um ein wenig Dampf abzulassen.<br />
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Morgen ist es wieder so weit.<br />
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Das Wetter wird schön sein, so wie es die letzten Tage auch war.<br />
Die Sonne wird strahlen. Ein klarer blauer Himmel kündigt den Menschen einen wundervollen Tag an. <br />
Und die Vögel werden ihre melodischen Liedchen trällern.<br />
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Und doch wird morgen dieser Tag sein.<br />
Dieser eine traurige Tag, der tief in meinem Herzen mit einem Brandmal verankert ist.<br />
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So viele Erinnerungen werden wach, wenn ich an morgen denke.<br />
So viele Jahre sind vergangen, so viele Jahre ohne dich...<br />
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Der Abend ist ruhig. Ich höre die Grillen zirpen. Ein sanfter, kühler Wind weht umher.<br />
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Dieses Anwesen... <br />
Es ist ein gesegnetes Haus. Wunderbare Menschen leben hier, die mir in meinem Leben viel Freude gebracht haben. <br />
Und doch gibt es keinen Tag, an dem ich nicht an dich denke. Kein Augenblick vergeht, in dem ich nicht wünschte, du wärst hier, bei mir.<br />
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Wie viele Stunden gab es, in denen ich der Verzweiflung nahe war?<br />
Vor allem die Monate nachdem du mich verlassen hattest. Allein in der Dunkelheit saß ich und weinte lautlos.<br />
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Ich wollte nicht mehr leben. Warum leben, wenn du nicht mehr bei mir warst? <br />
Ich hasse mich heute für diese Gedanken.<br />
Ich wollte immer bei dir sein. Für immer mein Glück mit dir teilen, sowie jede Traurigkeit.<br />
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Doch es sollte nicht so kommen. Viel zu früh gingst du fort. <br />
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Doch es ist nicht deine Schuld. Ebenso wenig wie es meine ist.<br />
Es sollte einfach nicht sein.<br />
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Es ist früher morgen.<br />
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Normalerweise würde ich jetzt noch schlafen. Doch nicht heute, nicht an diesem Tag.<br />
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Das ganze Anwesen ist noch ruhig. Alle schlafen.<br />
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Ich gehe durch das Haus. Betrachte jedes Zimmer und versinke in Erinnerungen. <br />
Erinnerungen an die Zeit, in der du noch mit mir hier lebtest.<br />
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Fröhlich war sie, voller Lachen und Kinderstimmen.<br />
Oh ja, lachende Kinderstimmen.<br />
Was hätte ich ohne sie gemacht? Vermutlich wäre ich wirklich gestorben, im Geiste...<br />
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Sie halfen mir, weiter zu leben. Ich musste für sie leben. <br />
Denn sie waren alles, was mir von dir übrig blieb.<br />
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Alle stehen angezogen vor der Tür, warten nur auf mich.<br />
Ich sehe sie an. <br />
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Oh, wenn du sie nur sehen könntest! Ich sehe sie und es erfüllt mein Herz mit Trauer. Sie lächeln mich an, doch ihre Augen sind traurig. Sie haben geweint.<br />
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Ich will nicht, dass sie weinen. Doch wer kann einem verbieten um einen geliebten Menschen zu trauern und Tränen zu vergießen?<br />
So etwas wäre grausam.<br />
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Langsam gehe ich den kleinen, steinernen Weg entlang. <br />
Trostlos erscheint dieser Ort, selbst an einem so schönen Tag.<br />
Doch ist er wirklich so schön? <br />
Nein, nicht für mich...<br />
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Ich bin an meinem Ziel angelangt.<br />
Jedes Jahr an diesem Tag stehe ich hier und mein Herz fängt von neuem an zu weinen.<br />
Man sollte meinen, nach so einer langen Zeit kommt man über den Verlust hinweg.<br />
Doch warum schmerzt dann mein Herz so sehr?<br />
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Ich lege Blumen nieder. <br />
Weiße Rosen. Sie passten immer am besten zu dir.<br />
Du liebtest sie.<br />
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Lange Zeit stehe ich hier, so wie die anderen, stillschweigend. Jeder ist mit seinen Gedanken und Gefühlen allein. <br />
Ich mag solche Momente nicht, doch es gibt nichts, was ich dagegen tun kann.<br />
Und so stehe ich weiter hier.<br />
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Die Zeit vergeht und die Kinder wollen weg von hier, diesem trostlosen Ort.<br />
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Kasumi: „Papa, gehen wir nach Hause?“<br />
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Soun: „Ich komme gleich. Lass mich bitte noch ein paar Minuten bei ihr sein...“<br />
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Sie gibt mir einen verständnisvollen Blick.<br />
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Ich bin allein, allein mit dir.<br />
Was gäbe ich darum, dir noch einmal gegenüber zu stehen, dir alles zu sagen, was ich für dich empfinde.<br />
Doch das geht nicht.<br />
Und wäre es denn notwendig?<br />
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Ich glaube nicht. <br />
Wir wussten immer, was der andere empfand.<br />
Einer der Gründe, weshalb ich dich so liebe.<br />
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Und doch werde ich niemals aufhören, zu trauern.<br />
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Ich werde jedes Jahr wiederkehren.<br />
Jedes Jahr... an diesem Tag...<br />
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„Ich liebe dich, Kimiko.“<br />
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Mit einem traurigen Lächeln wende ich mich von deinem Grabstein ab und gehe den anderen hinterher.<br />
Doch ich werde wiederkommen... ebenso wie sie es tun werden... deine dich liebenden Töchter...<br />
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Bis zum nächsten Mal...auf das wir uns wieder sehen.<br />
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Denjenigen, die bis hier her gelesen haben, wird aufgefallen sein, dass dies aus Souns Perspektive geschrieben wurde.<br />
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Ich habe am Anfang dieses One-Shots gesagt, dass seine Erscheinung mit meiner Stimmung zusammenhängt.<br />
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Das ist auch ganz einfach zu erklären...<br />
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Ich weiß nicht, ob es in eurem Umfeld so ist, aber bei mir gibt es Phasen, in denen in meinem Bekanntenkreis (der sehr groß ist) viele Leute sterben.<br />
Das hört sich jetzt wahrscheinlich seltsam oder absurd an, aber es ist so.<br />
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Heute zum Beispiel ist der (Fast)Schwiegervater meiner besten Freundin gestorben.<br />
Einer meiner Klassenkameraden ging heute auf eine Beerdigung.<br />
Der Vater einer anderen Freundin auch.<br />
Ebenso meine Schwester.<br />
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Diese Zeiten deprimieren mich immer sehr. <br />
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Es gab schon mal so eine Phase. Und auch da fühlte ich mich unwohl in meiner Haut.<br />
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Aus diesem Grunde habe ich das hier geschrieben. Es kam mir einfach in den Sinn und ohne groß nachzudenken schrieb ich es nieder.<br />
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Wer will, kann hierzu etwas sagen. Vielleicht etwas aufbauendes.<br />
Aber auch Schweigen ist nicht so schlimm, denn was kann in solchen Momenten schon groß gesagt werden?<br />
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Ich danke jedem, der sich bis hier her vorgewagt hat.<br />
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Macht’s gut, bis zum nächsten Mal, das etwas erfreulicher ausfallen wird.<br />
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